Bürgerversammlung

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Am 29. April 2005 fand in der Ostbaarhalle die diesjährige Bürgerversammlung statt. Der 1. Bürgermeisterstellvertreter Otto Ilg konnte 140 interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Ostbaarhalle begrüßen. Er gab einen kurzen Überblick über die Sitzungen des Gemeinderates im vergangenen Jahr und ließ die Kommunalwahl - die ein Höhepunkt im letzten Jahr war - nochmals Revue passieren.

Bürgermeister Bernhard Flad stellte im Rahmen einer PowerPoint-Präsentation die Arbeit des Gemeinderats und der Gemeindeverwaltung sowie ein sehr ausführliches Zahlenwerk zur Einwohnerstruktur vor. Die Gemeinde Seitingen-Oberflacht konnte in den letzten Jahren ein gemäßigtes Wachstum der Bevölkerung verzeichnen. Dies sei, so von der Kommunalpolitik, gewollt und durch die Bauplatzvergaberichtlinien der Gemeinde auch gesteuert. Die Kriminalstatistik zeigt, dass die Gemeinde Seitingen-Oberflacht in ihrer Häufigkeitsziffer unter der Straftatshäufigkeit der übrigen Gemeinden im Landkreis liege. Von 1999 bis 2004 sind in Seitingen-Oberflacht insgesamt 54 neue Einfamilienwohnhäuser gebaut worden.

Der Tourismus – so der Bürgermeister – könne noch ausgebaut werden. Deshalb ist die Gemeinde der Tourismus GmbH des Landkreises beigetreten. Die Bettenauslastung der Beherbergungsbetriebe in der Gemeinde beträgt nur 5 %. Im Land Baden-Württemberg beträgt die Bettenauslastung 37 %.

Zu den Einrichtungen führt der Bürgermeister aus, dass im Kindergarten derzeit 92 Kinder in vier Gruppen betreut werden. Acht Mitarbeiterinnen stehen für die Jüngsten der Gemeinde zur Betreuung zur Verfügung. Im Kindergarten wird im Jahr 2005 mit einem Aufwand von 316.970 € gerechnet. Über den Elternbeitrag können 22 % dieser Aufwendungen abgedeckt werden. Das Kindergartengebäude soll schrittweise saniert werden.

Wenn die Kinder den Kindergarten verlassen, können sie in der Schule die von der Gemeinde 1994 erweitert wurde unterrichtet werden. Die Lehrerversorgung ist gut, 133 Schüler werden derzeit in sechs Klassen unterrichtet. Schulleiter Winfried Martin wird zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand gehen. Um seine Nachfolge haben sich drei Lehrer beworben.

Neben dem Kindergarten und der Schule hat die Gemeinde für die Jugend auch das Sport- und Freizeitgelände Deckenhofen eingerichtet. Hier kann die Jugend sich "austoben". Der Jugendraum den die Gemeinde in der alten Schule Oberflacht zur Verfügung stellt wird von der Jugend gut angenommen. Der Jugendraum rundet das Angebot für die Jugend in Seitingen-Oberflacht ab. Alles in allem – so Bürgermeister Flad – hat die Jugend in Seitingen-Oberflacht optimale Lebensbedingungen.

Bei der aktiven Bevölkerung besteht ein Mangel an Arbeitsplätzen. Für 806 Erwerbstätige stehen lediglich 292 Arbeitsplätze zu Verfügung. 678 Berufstätige der Gemeinde müssen täglich auspendeln um an ihren Arbeitsplatz zu kommen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist daher – so Bürgermeister Bernhard Flad – für die Gemeinde eine Aufgabe die höchsten Stellenwert hat. Er konnte in diesem Zusammenhang über eine bevorstehende Gewerbeansammlung berichten. Ebenso konnte er zu Kenntnis geben, dass der größte Arbeitgeber am Ort durch einen Erweiterungsbau seiner Betriebsstätte Arbeitsplätze sichern und neu schaffen könne.

Auch für ältere Menschen sind die Lebensbedingungen in Seitingen-Oberflacht gut. Für pflegebedürftige Menschen leistet die Diakoniestation gute Arbeit. Der Landkreis Tuttlingen hat genügend Pflegeplätze bereitgestellt in denen auch Menschen aus der Gemeinde Seitingen-Oberflacht betreut werden können.

Das Museum Seitingen-Oberflacht ist einer der wichtigsten Werberträger der Gemeinde. Der regen ehrenamtlichen Arbeit des Arbeitskreises Museum ist es zu verdanken, dass das Museum seit seiner Eröffnung im Jahr 1998 bisher über 10.000 Besucher zählen konnte. Die Feuerwehr mit ihren 38 aktiven Einsatzkräften stelle eine schlagkräftige Truppe dar. Die Gemeinde könne in den nächsten Tagen der Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug zur Verfügung stellen. Die Sicherheit in der Gemeinde werde durch dieses Fahrzeug weiter erhöht.

Besonderes Augenmerk – so Bürgermeister Bernhard Flad – sei in Gemeinden des ländlichen Raumes auf die Versorgung der Bürger zulegen. Eigene Versorgungseinrichtungen und die Kläranlage müssen stets auf den neusten Stand gehalten werden. So wird die Gemeinde Seitingen-Oberflacht bis zum Jahr 2006 eine neue Ultrafiltrationsanlage bauen um die Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten. Das neue Dienstleistungsgebäude im dem die Kreissparkasse, Zahnarzt Dr. Weiss und auch die Therapierräume ihre Heimat finden werden sei für die Gemeinde besonders wichtig. An zentraler Stelle in der Gemeinde unterstütz dieses neue Gebäude auch den angrenzenden Einkaufsmarkt. Das Schulgebäude Oberflacht soll nächstes Jahr abgebrochen werden. Auf dem Grundstück sollen dann kleinere Wohneinheiten errichtet werden. Im Baugebiet Schießmauer sollen 78 neue Bauplätze entstehen. Die Gemeinde konnte bisher 3,7 ha Bebauungsland erwerben.

Da die klimatischen Verhältnisse auf der Welt sich ändern, muss in einer Tälergemeinde wie Seitingen-Oberflacht auch auf den Hochwasserschutz ein besonderes Augenmerk gerichtet werden. Die Gemeinde hat einen Gewässerentwicklungsplan erstellen lassen. Im Rahmen der Verwirklichung dieses Gewässerentwicklungsplanes soll im Bereich der Elta eine Hochwasserrückhalteanlage errichtet werden. Den Neubau des Rathauses den der Gemeinderat beschlossen hat muss aus finanziellen Gründen um mindestens vier Jahre zurück gestellt werden.

Die Situation und das Umfeld der Kommunalpolitik bezeichnet der Bürgermeister so, dass derzeit die größte Aufgabenfülle und der höchste Aufgabenstandard von der Gemeinde zu bewältigen sei. Dem stehen sich rapide verschlechternde Bilanzen gegenüber. Alles in allem kommen auf die Gemeinden schwierige Zeiten zu. Seitingen-Oberflacht sei mit einer pro Kopfverschuldung von 116 € und einer Rücklage von 2,1 Mio. € sowie etwa 85.000  Aktien im Depot sicher in einer deutlich besseren Ausgangslage als die meisten anderen Gemeinden.

In der anschließenden Diskussion wurden nur wenige Fragen gestellt. Die Wortmeldungen betrafen die Verunreinigung durch Hunde, wilde Müllablagerungen auch der Radweg zwischen Seitingen und Gunningen wurde angesprochen. Hier wurde der schlechte Zustand des Weges bemängelt.