Bürgermeisterwahl 2015 - Gedanken des Amtsinhabers

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am 15. März 2015 findet bei uns die Wahl des Bürgermeisters statt. Es gilt daher zu entscheiden, ob ich mich für eine weitere, die 4. Amtsperiode bewerben werde.

Bei dieser Entscheidung habe ich nicht nur meine eigenen Interessen und die meiner Familie berücksichtigt, sondern besonders auch an die Belange der Gemeinde gedacht. Nachfolgend einige Gedanken die meiner Entscheidung zugrunde liegen.

Demokratie lebt auch vom Wandel und Wechsel

Im Gemeinderat gestalten wir die Entwicklung unserer Gemeinde. Der Bürgermeister ist als Vorsitzender hierbei wichtiger Motor für Ideen und Taten. Um gute Ideen und Neues umzusetzen und eine Gemeinde „auf der Höhe der Zeit“ zu halten müssen Gemeinderäte und Bürgermeister up to date sein. Ich fühle mich fit und denke auch, dass meine Dynamik und mein Leistungsvermögen den Anforderungen dieses Amtes auch nach 3 Amtszeiten immer noch entsprechen. Trotzdem, nach 24 Amtsjahren wird zumindest in Teilen der Bevölkerung der Wunsch nach einem Wechsel in der Führung der Gemeinde bestehen. Die „Haltbarkeitszeit“ von Führungskräften wird immer kürzer. Immer schneller ist man in den Betrachtungen der Menschen nicht mehr aktuell nicht mehr in, ist zu lange im Amt. In unserer schnelllebigen Zeit ist Abwechslung gefragt und nicht zu langes Festhalten an Positionen. Eine Zeiterscheinung, die sicher auch in unserer Gemeinde gilt. Dieser Zeitgeist spricht gegen eine Kandidatur nach 3 Amtszeiten als Bürgermeister.

Guter Zeitpunkt

Ab 2015 sind wir bei der Gemeinde und auch beim Abwasserzweckverband Ostbaar schuldenfrei. Außerdem verfügen wir über ein gutes Rücklagenpolster. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in unserem Land sind gut wie selten zuvor. Dies sind beste Bedingungen, gute Bewerber für das Amt des Bürgermeisters zu finden. Voraussetzung wäre allerdings, dass ich als Amtsinhaber auf eine erneute Kandidatur verzichte. Ansich sollten wir diesen günstigen Zeitpunkt nutzen um gute Bewerber für das Amt des Bürgermeistes zu bekommen. Auch das spricht gegen eine erneute Kandidatur.

Aber:

Wir haben eine Reihe wichtiger Zukunftsprojekte in unserer Gemeinde angestoßen oder am laufen:

1. Erweiterung der Kläranlage

Die Planung ist abgeschlossen. Die Zuschüsse bewilligt. Der erste Bauabschnitt mit Kosten von 1,1 Mio Euro ist fertiggestellt. Mit dem Bau des zweiten Abschnittes mit einem Kostenaufwand von über 4 Mill Euro wird im Frühjahr 2015 begonnen werden.

2. Modernisierung der Ostbaarhalle und Bau eines Gymnastikgraum für Menschen mit Handycaps 

Die Planung für dieses Projekt ist weitgehend fertig. Wenn der Zuschuß, bewilligt wird können wir im Frühjahr 2015 mit den Bauarbeiten beginnen.

3. Wir wollen 2015 das Betreuungsangebot für unsere Grundschüler ausbauen um Familien weiter zu entlasten. Dies erfordert entweder die Einführung der Ganztagesgrundschule oder den Ausbau der Hortbetreuung. Auf jeden Fall sind zusätzliche Räume hierzu notwendig. Hierbei handelt es sich um ein Bauprojekt für das wir alsbald die Zuschüsse beantragen und in den nächsten Monaten mit der Planung beginnen müssen.

4. In Sachen Nutzung der Windenergie stehen Anfang/Mitte 2015 wichtige Entscheidungen an.

Für eine gute Umsetzung dieser Vorhaben ist es zweifelsohne von Vorteil, wenn ich diese Projekte zusammen mit Gemeinderat und Gemeindeverwaltung, weiter begleiten würde. Da ich mich für diese Vorhaben in hohem Maße verantwortlich fühle und mich auch mit Leib und Seele für die Gemeinde und die Menschen in Seitingen- Oberflacht engagiere werde ich Sie nochmals um Ihr Vertrauen bei der Bürgermeisterwahl am 15.3.2015 bitten.

Da ich allerdings auch der festen Überzeugung bin, dass Demokratie Wandel und Wechsel in den Führungspositionen braucht und anzunehmen ist, daß auch in zwei bis drei Jahren die Rahmenbedingungen für das Finden von guten Bewerbern noch gut sein werden, möchte ich im Falle einer Wiederwahl meine Amtszeit im Frühjahr 2017 beenden. Dort haben wir dann aller Voraussicht nach die oben beschriebenen Vorhaben in „trockenen Tüchern“.

Diese Gedanken sollen Ihnen Einblicke in meine Entscheidungsfindung geben. Ich bitte Sie bereits heute um Ihr Vertrauen am 15. März und gleichzeitig um Verständnis, dass ich im Falle einer Wiederwahl die gesetzliche Amtszeit nicht voll ableisten werde.

Ihr Bernhard Flad
Bürgermeister