Amts- und Generationenwechsel beim Bürgermeisteramt

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor der letzten Bürgermeisterwahl habe ich folgendes zu meiner anstehenden vierten Amtszeit gesagt, was ich hier etwas verkürzt wiedergeben darf:

Demokratie lebt auch vom Wandel und Wechsel
…..um gute Ideen und Neues umzusetzen und eine Gemeinde "auf der Höhe der Zeit" zu halten, müssen Gemeinderäte und Bürgermeister up to date sein. Ich fühle mich fit und denke auch, dass meine Dynamik und mein Leistungsvermögen den Anforderungen dieses Amtes auch nach 3 Amtszeiten immer noch entsprechen. Trotzdem, nach 24 Amtsjahren wird - zumindest in Teilen der Bevölkerung - der Wunsch nach einem Wechsel in der Führung der Gemeinde bestehen. Die Haltbarkeitszeit von Führungskräften wird immer kürzer. Immer schneller ist man in den Betrachtungen der Menschen nicht mehr aktuell und nicht mehr in, ist zu lange im Amt. In unserer schnelllebigen Zeit ist Abwechslung gefragt und nicht zu langes Festhalten an Positionen. Eine Zeiterscheinung, die sicher auch in unserer Gemeinde gilt. Dieser Zeitgeist - so meine damaligen Ausführungen - spricht an sich gegen eine Kandidatur nach 3 Amtszeiten und 24 Jahren als Bürgermeister.

Guter Zeitpunkt
Die Gemeinde und der Abwasserzweckverband Ostbaar sind schuldenfrei. Außerdem verfügen wir über ein gutes Rücklagenpolster. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in unserem Land sind gut wie selten zuvor. Dies sind beste Bedingungen, gute Bewerber für das Amt eines Bürgermeisters zu finden. An sich sollten wir diesen günstigen Zeitpunkt nutzen, um gute Bewerber für das Amt des Bürgermeisters zu bekommen. Auch dieser Punkt würde gegen meine erneute Kandidatur sprechen.

Aber:
Wir haben eine Reihe wichtiger Zukunftsprojekte in unserer Gemeinde angedacht oder am Laufen. Hier sind zu nennen:
1. Erweiterung der Kläranlage ( die Bauarbeiten haben begonnen)
2. Erweiterung und Sanierung der Ostbaarhalle (ist in Planung)
3. Bau eines Ganztagesschulgebäudes und Erweiterung des Betreuungsangebotes an der Grundschule (ist in Planung)
4. wichtige Entscheidungen in Sachen Windkraft stehen an.

Für eine gute Umsetzung dieser Vorhaben ist es zweifelsohne von Vorteil, wenn ich diese Projekte - zusammen mit dem Gemeinderat und den Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung - weiter begleiten würde. Da ich mich für diese Vorhaben in hohem Maße verantwortlich fühle und mich auch mit Leib und Seele für die Gemeinde und die Menschen in Seitingen-Oberflacht engagiere, werde ich Sie bei der Bürgermeisterwahl am 13.03.2015 nochmals um Ihr Vertrauen bitten.

Da ich allerdings auch der festen Überzeugung bin, dass Demokratie Wandel und Wechsel in Führungspositionen braucht und anzunehmen ist, dass auch in 2 bis 3 Jahren die Rahmenbedingungen für das Finden von guten Bewerbern noch gut sein werden, möchte ich im Falle einer Wiederwahl im Frühjahr 2017 aber aus dem Amt ausscheiden. Dort haben wir dann aller Voraussicht nach die oben beschriebenen Vorhaben in trockenen Tüchern. "

Soweit meine Ausführungen von damals. Da sich unsere Projekte aus verschiedenen Gründen verzögert haben, war es angebracht, nicht wie angekündigt im Frühjahr 2017 meine Amtszeit zu beenden.

Zwischenzeitlich haben wir den Bau der Kläranlage abgeschlossen und abgerechnet. Die Entscheidung in Sachen Windkraft ist getroffen. Der Bau der Ganztagesgrundschule ist vorangeschritten und kann - wenn nichts Widriges passiert - dieses Jahr noch abgeschlossen und abgerechnet werden. Die Erweiterung und Sanierung der Ostbaarhalle ist auf den Weg gebracht. Mit den Bauarbeiten wird in den nächsten Wochen begonnen.

An sich wäre es gut, wenn ich - zusammen mit Gemeinderat und den Mitarbeiterinnen des Bürgermeisteramtes - auch das Projekt "Erweiterung und Sanierung der Ostbaarhalle" noch bis zu Ende begleiten könnte.

Aber:
Bei den Mitarbeiterinnen des Bürgermeisteramts steht in nächster Zukunft Veränderungen an. Die Kassenverwalterin, Frau Inge Schad wird zum 31.12.2018 in den Ruhestand treten. Die Fachbeamtin für das Finanzwesen, Frau Margarete Lehmann wird voraussichtlich im Juni / Juli 2019 ausscheiden. Die gesamte Finanz-, Steuer- und Personalverwaltung des Bürgermeisteramtes muß daher innerhalb eines halben Jahres neu besetzt werden. Es wäre im Sinne eines reibungslosen Übergang gut, wenn der künftige Bürgermeister/Bürgermeisterin bei der Neubesetzung dieser Stellen mitwirken könnte, da er/sie ja auch mit den „Neuen“ arbeiten muß. Die Stelle der Kassenverwalterin müsste im April/Mai 2018 ausgeschrieben werden, um dann im Juli/August besetzt zu werden (3-4 Monate Einarbeitungszeit für den/die Neue/n ist notwendig. Die einzige Beamtenstelle sollte im November/Dezember 2018 ausgeschrieben werden, damit diese im April/Mai 2018 besetzt werden kann. Für die Ausschreibung ist ein Stellenprofil zu erstellen, bei dem mein Nachfolger/in unbedingt mitwirken sollte.

Um einen möglichst reibungslosen Übergang beim Bürgermeisteramt zu gewährleisten, wäre der Bürgermeisterwechsel zum 01. November 2018 gut. Das heißt, ich werde zu diesem Zeitpunkt aus dem Amt als Bürgermeister ausscheiden. Daraus ergibt sich, dass die Wahl im August oder September 2018 stattfinden müsste. Wir werden im Gemeinderat in den nächsten Wochen Stellenausschreibungen vorbereiten und Wahlvorbereitungen treffen um den Wechsel auf den Weg zu bringen.

In der Tat wird sich von Herbst 2018 bis Sommer 2019 ein entscheidender Personalwechsel beim Bürgermeisteramt vollziehen. Frau Lehmann wird bei ihrem Ausscheiden 40 Jahre Dienstzeit bei der Gemeinde hinter sich haben, Frau Inge Schad 38 Jahre. Bei mir werden es fast 28 Jahre sein. Obwohl dieser Generationenwechsel beim Bürgermeisteramt große Veränderungen mit sich bringen wird, kann sich die neue Mannschaft auf die jahrzehntelange Verwaltungspraxis und Erfahrung von Verwaltungsfachangestellter Frau Heidrun Feger, die seit über 30 Jahren beim Bürgermeisteramt beschäftigt ist ebenso verlassen, wie auf die Unterstützung durch die Verwaltungsfachangestellte Frau Irene Marquart-Schmidt, die in Teilzeit seit über 4 Jahren beim Bürgermeisteramt beschäftigt ist.

Neben den Veränderungen in der Verwaltung wird es im Rahmen der Kommunalwahl 2019 zudem auch zu Veränderungen in der Zusammensetzung des Gemeinderats kommen. Bei den sich abzeichnenden personellen Veränderungen bei Verwaltung und Gemeinderat kann man also schon von einem Generationenwechsel bei der Gemeinde sprechen.

Ihr
Bernhard Flad
Bürgermeister