Zeitreise zum "Campus Galli"

Zeitreise zum "Campus Galli"

Am vergangenen Samstag, 24.06.2017, fand die vom Arbeitskreis Museum organisierte Fahrt zum Campus Galli bei Meßkirch statt und erfreute sich großem Zuspruch aus der Bevölkerung.

Anfang April hatte der Geschäftsführer des "Campus Galli", Herr Dr. Johannes Napierala im Museum einen interessanten Vortrag über den Bau dieser mittelalterlich Klosterstadt bei uns im Museum gehalten. Die Fahrt zum Gelände bei Meßkirch rundete nun das Gesamtbild ab. Rund 40 Geschichtsinteressierte machen sich am Samstagnachmittag mit dem Bus auf den Weg und wurden auf dem Gelände der Klosterbaustelle, im Rahmen einer fast zweistündigen Führung, ins Mittelalter zurückversetzt.

Zeitreise zum "Campus Galli"

Die wurden Zeugen, wie Handwerker und Ehrenamtliche mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts ein Kloster auf Grundlage des St.Galler Klosterplans bauen. Ganz ohne Maschinen oder modernes Werkzeug. Der Klosterplan selbst ist vor und 1.200 Jahren auf der Insel Reichenau gezeichnet worden, aber nie tatsächlich umgesetzt worden.

Auf dem Campus Galli wird er nun Realität werden, da allerdings alles von Hand gemacht wird, geht natürlich auch alles mühsamer und langsamer, als wir es in unserer modernen Welt gewohnt sind. Auf der Klosterbaustelle ist aber auch der Weg das Ziel. Viel Wissen, das verloren ging muss erst wieder entdeckt werden. Diese reicht von der Werkzeugherstellung, dem Herstellen von Holzkohle in Grubenmeilern, Weben und Färben von Stoffen, bis hin zum Töpfer- und Schmiedehandwerk zur Zeit des Mittelalters. Ein ganz gewöhnlicher Transport von Baumaterial, ist mit Holzeimer oder simplem Handkarren eine ganz andere Herausforderung als heute.

Zeitreise zum "Campus Galli"

Die interessierten Besucher aus Seitingen-Oberflacht machten Station bei den einzelnen Handwerkern, angefangen vom Schindelmacher, über den Drechsler bis zum Steinmetz. Beeindruckend war die mittlerweile fertiggestellt Holzkirche, die im Mittelpunkt des Kirchenplans steht. Diese ist aber auch wiederum nur ein Provisorium und wird später – wie dies auch im Mittelalter beim Bau eines Klosters üblich war – durch die endgültige Steinkirche überbaut.

Zeitreise zum "Campus Galli"

Die Bauzeit ist mit rund 40 Jahren geplant und wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, damit die Umsetzung des Klosterplans auch authentisch erfolgt.

Für die Reisegruppe war das Fazit eindeutig: Ein Wiederbesuch lohnt auf jeden Fall.

 

Bildquelle: Ralf Sulzmann