Kultureller Leckerbissen im Museum

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Am Dienstagabend, den 27.09.2005, fand im Museum ein Konzertabend der besonderen Art statt. Bürgermeister Bernhard Flad konnte zahlreiche Gäste aus nah und fern willkommen heißen. Er versprach einen kulturellen Leckerbissen und lud nach dem gelungen Konzert alle Anwesenden zu einem kleinen Umtrunk mit den Künstlern ein.

 

Unter den Gästen war auch der bekannte Musikkritiker Siegfried Burger aus Tuttlingen. Nachstehend veröffentlichen wir seine Kritik zu dem Konzertabend im Museum:


Siegfried Burger, Tuttlingen, 28.09.05

Am Dienstagabend erlebten die Zuhörer im vollbesetzten Museumssaal ein Konzert für eine Geige und vier Celli. Doch die Geigerin spielte nicht, sie dichtet. In Michaela Udes Lyrik ist jedes Wort graziös gesetzt und voll Aussagekraft. Als Quartetto Rotondo spielten die vier Berufsmusiker Kristin Dom, Andrea Fröhlich-Sum, Michael Huber und Ulrich Schneider perfekt und mit sensitivem Ton. Schon der Anfang mit dem Quartett von Franz Danzi aus der heiteren Mozartzeit war leicht, locker und fröhlich. Der Part der beiden oberen Celli war so flink wie für Geigen geschrieben und im zweiten Satz mit einer hübschen Melodie über der Grundlage der beiden tiefen Celli gingen die beiden anderen quasi Arm in Arm.

Auf das Gedicht über Komunikationsprobleme folgten passend „Deux Mouvements von A. Tansmann (1897-1988), in denen die Stimmen sich ständig entfernten und wieder zum Zentrum kehrten und auch die wilde Fuge brachte am Ende ein „Sichfinden“. Passend dann auch „La Poesia“ von S. Mercadante mit seinem Schweben im Ungewissen, worauf Michaela Ude las: „Warum bin ich nicht Goethe?“, eine wunderschöne Träumerei im Morgengrauen. Bryan Kelly (*1934) versteht sich auf die spanische Mentalität mit scharfen Rhythmen und spanischer Melodik und am Ende schilderte er die edle Melancholie der Spanier. Und auch in der Lyrik leichte Melancholie: „Freund, du ist, ich bin... doch die Melodie meines Lebens schreibst du mit“. Danach Musik von J.Klengel mit einer Melodie, die an Seligkeit nicht zu übertreffen ist, und nach dem Rausschmeißer der Humoreske musste das Quartett noch zwei Beatles-Songs nachreichen.

Bürgermeister Flad meinte zum Schluss, dass all die Anwesenden für eindreiviertel Stunden den Alltagssorgen enthoben waren. So war’s.