Geflügelpest

Das Auftreten der Geflügelpest in Deutschland und nun auch am Bodensee beunruhigt verständlicherweise viele Bürger. Dabei ist das Erkrankungsrisiko für den Menschen sehr gering. Mit einfachen Verhaltensmaßregeln kann man sich schützen, zur Erkennung von Erkrankungsfällen bei Wildvögeln beitragen und einer Seucheneinschleppung in Hausgeflügelbestände vorbeugen. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landratsamts Tuttlingen gibt dazu folgende Informationen (Stand: 01.03.2006):

 

Aktuelle Lage

Der Nachweis des Geflügelpestvirus H5N1 in Deutschland erstreckt sich bislang auf Teile der Ostseeküste und des Bodensees. Im Bodenseegebiet wurde das Virus bei 3 verendeten Wildenten nachgewiesen, welche in Überlingen, Singen und Öhningen gefunden worden waren. Um die Fundstellen werden jeweils Sperrbezirke ("Schutzzonen") mit Mindestradius 3 km sowie Beobachtungsgebiete ("Überwachungszonen") mit Mindestradius 10 km gebildet; dabei wurde im Landkreis Konstanz entschieden, den gesamten Kreis zum Beobachtungsgebiet zu erklären. In beiden Zonen ist jeglicher Geflügelhandel und Geflügeltransport verboten; zusätzlich werden im Sperrbezirk alle Geflügelhaltungen von Amtstierärzten untersucht. Der Landkreis Tuttlingen ist von den Sperrzonen nicht betroffen.

Was tun beim Auffinden toter Vögel?

Die inzwischen 118 Nachweise des H5N1-Virus in Deutschland konzentrieren sich ganz eindeutig auf Wasservögel; Ausnahmen sind lediglich 7 Greifvögel und 2 Rabenvögel in Mecklenburg-Vorpommern. Das Veterinäramt ruft deshalb erneut die Bevölkerung und insbesondere auch Jäger und Angler auf, tot aufgefundene Wasservögel, vor allem Enten, Gänse, Schwäne und Möwen, liegen zu lassen und direkt an das Veterinäramt (Tel. 07461/926-5403) bzw. nachts und am Wochenende über die Polizei (07461/9410) zu melden, damit diese Vögel untersucht werden können. Ebenfalls zu melden sind Totfunde von Greifvögeln und Raben sowie Häufungen von Totfunden und Erkrankungsfällen von Vögeln aller Art.

Wasservögel nicht füttern oder aufscheuchen

Auf keinen Fall dürfen Wildenten, Schwäne oder andere freilebende Wasservögel gefüttert werden. Damit soll verhindert werden, dass sich unnötige, rein fütterungsbedingte Ansammlungen von Wasservögeln bilden. Außerdem soll dadurch auch vermieden werden, dass andere Vögel, die ansonsten im Geflügelpestgeschehen keine Rolle spielen, zusammen mit Wasservögeln fressen und dabei mit deren Kot in Berührung kommen. Alle Versuche, Wasservögel durch Aufscheuchen zu vertreiben, sind strikt zu unterlassen. Ruhe in der Wasservogelpopulation ist derzeit oberstes Gebot.

Wichtige Verhaltensmaßregeln für Geflügelhalter

Hausgeflügel (Hühner, Puten, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Wachteln, Enten, Gänse und Strauße) ist seit dem 17. Februar aufzustallen, um Kontakte mit Wildvögeln zu vermeiden. Der Stall sollte nicht mit den Schuhen oder Stiefeln betreten werden, die im Freien getragen werden. Konsequenter Stiefelwechsel an der Stalltür ist die sicherste Möglichkeit, um die Einschleppung von Krankheitserregern über am Sohlenprofil haftenden Vogelkot zu verhindern und ist wesentlich effektiver als jede Desinfektionsmatte vor dem Stall. Zutritt zum Stall haben nur die Geflügelhalter selbst. Auf keinen Fall dürfen Personen einen Stall betreten, wenn sie zuvor mit wildem Wassergeflügel zu tun hatten oder sich an Orten von Totfunden aufgehalten haben. Futter und Einstreu sind abgeschirmt von Wildvögeln unter Dach zu lagern. Von Wildvögeln verkotetes Futter oder Einstreu dürfen auf keinen Fall verwendet werden; die Einschleppung des H5N1-Virus in einen französischen Putenbestand ist offensichtlich über Stroh erfolgt, das im Freien von Wildenten verkotet worden war!

Registrierpflicht

Alle Halter von Hühnern, Puten, Perlhühnern, Rebhühnern, Fasanen, Wachteln, Enten, Gänsen und Straußen sowie Tauben müssen Ihre Geflügelhaltung beim Veterinäramt anmelden, unabhängig von der Tierzahl und unabhängig davon, ob das Geflügel gewerblich oder hobbymäßig gehalten wird, ob es einmal geschlachtet wird oder nicht. Wer ausschließlich Geflügel hält, muss Hühner und Puten ab 50 Tieren zusätzlich bei der Tierseuchenkasse anmelden. Weitere Informationen gibt's beim Landratsamt Tuttlingen, Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Telefon 07461/926-5403.

Aktuelle Informationen finden Sie auch über die Homepage des Landratsamtes Tuttlingen.